Zustandsanalyse bei Fußbodenheizungen
Marode Fußbodenheizungen sind ebenso mitverantwortlich für einen hohen Energieverbrauch. Allerdings haben es selbst Sachverständige Jahre nach dem Einbau oft schwer, den wahren Zustand einer Fußbodenheizung von außen einzuschätzen. Zuverlässige Ergebnisse, die ohne bauliche Maßnahmen geschehen können, werden bei der Zustandsanalyse am besten durch die geschickte Kombination verschiedener Diagnoseinstrumente erzielt, die nachfolgend erläutert werden.Wasseranalyse
Die Wasseranalyse ist ein bis dato unterschätzter Indikator, der bei der richtigen Wahl der untersuchten Parameter genaue Schlussfolgerungen über den Versprödungsgrad der Kunststoffrohre zulässt. Eine gute Basis bieten die in den „Technischen Regeln für Dampfkessel“ definierten Richtwerte. Ungenügend sind Untersuchungsmethoden, die nur wenige Parameter, wie Beispielweise den PH- Wert oder die Leitfähigkeit des Wasser berücksichtigen. Zuverlässige Wasseranalysen kosten heute im Schnitt 350€. Das Heizungswasser wird dabei von Experten abgezapft und in einem mobilen Labor vor Ort untersucht. Ein genaues Diagnoseergebnis über den Zustand und das Gefährdungspotenzial der Rohre steht bereits nach einer Stunde fest. Die Wasseranalyse bildet die Grundlage für die meistens objektspezifischen Expertisen, kann jedoch keine Auskunft über die gewählte Verlegetechnik und mögliche Installationsfehler geben.Infrarottechnik
Mit einer Wärmebildkamera kann der exakte Verlauf der Heizungsrohre aufgezeigt werden. Dabei können auch Verlegefehler z.B. eingeknickte Rohre aufgespürt werden. Bei stark verschlammten Heizkreisläufen lässt sich genau feststellen, bis zu welcher Stelle das System intakt ist und wo die Verschlammung beginnt. Der Zeit- und Kostenaufwand hängt von der Größe des Objekts ab, da jeder Raum einzeln abgelichtet werden muss. Dafür Ihnen am Ende der Untersuchungen eine exakte Wärmebildkarte seines Herzsystems inklusive aller Verarbeitungsfehler vor.Kunststoff- Versprödungsmessung
Kunststoffrohre werden mit den Jahren spröde. Speziell bei Großobjekten, die häufig in mehreren Etappen und mit unterschiedlichen Rohrmaterialien gebaut wurden, empfiehlt sich eine Messung der Kunststoff- Versprödung. Eine klassische Wasseranalyse würde sich hier als ungenügend erweisen, da sie nur einen Querschnittswert über den Zustand der unterschiedlichen Materialien liefern kann. Bei der Kunststoff- Versprödungsmessung hingegen werden aus unterschiedlichen Bereichen Rohrmuster entnommen und einer mechanischen Prüfung unterzogen. Dabei kann analysiert werden, bis zu welchem Grad die Stabilisatoren in den unterschiedlichen Bereichen bereits ausgewaschen bzw. diffundiert wurden. Die Rohre werden zur Untersuchung in ein Labor eingeschickt und die Ergebnisse liegen meist nach einem Monat vor.Kosten sparen durch Innensanierungen
Eine frühzeitige, präventive Zustandsanalyse spart Kosten. Beginnen die Kunsthoffrohre zu verspröden, kann, wenn dies im Anfangsstadium entdeckt wird, durch eine Sanierung der Heizungsrohre der komplette Austausch des Systems verhindert werden. Hierbei wird die Rohrinnenfläche mechanisch gereinigt, getrocknet und abschließend mit einem Epoxydharzgemisch von innen neu beschichtet. Mit dem so genannten HAT- Systemen wurden in Deutschland schon viele Fußbodenheizungen saniert.Stichworte: Energiesparen
