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Öldüse kann und darf nicht gereinigt werden

03.02.2009 | Rubrik: Aktuell

Die Öldruckzerstäuberdüse ist eine der wichtigsten, aber auch empfindlichsten Komponenten des Ölbrenners. Als Vorstufe zur Gemischbildung mit der Verbrennungsluft zerstäubt sie das Heizöl in feinste Tröpfchen. Zudem wird mit ihrer Hilfe anhand des eingestellten Heizöldurchsatzes die Brennerleistung festgelegt. Und in der Verbindung mit der Mischeinrichtung lässt sich über sie eine bestimmte Flammenform gestalten. Ursachen für eine Störung an der Öldüse lassen sich oft schon an den jeweiligen Schadbildern ablesen. Sind Beispielweise Vertiefungen und Brandspuren am Düsenkopf erkennbar, wurden diese wahrscheinlich durch falsch eingestellte Zündelektroden ausgelöst. Sind Zündelektroden nämlich unregelmäßig und zu dicht am Düsenkörper platziert, kommt es zur Ableitung des Zündfunkens über den Düsenkörper. Eine „Russnase“ an der Öldüse kann ihre Ursache in der Undichtigkeit der Ölzuführung haben. Eine dort angesaugte minimale Luftmenge wird beim Brennerbetrieb durch den hohen Öldruck zwischen Brennerpumpe und Döse im Öl gelöst. Erst nach dem Abschalten der Brennerpumpe gast diese Luft durch den dann einsetzenden Druckabfall im Bereich des Düsenstockes wieder aus, erwärmt sich, dehnt sich infolgedessen aus und lässt die Düse nachtropfen. Dieses Öl verkokt dann an der Düsenaustrittsöffnung. Daraus resultiert auch die Empfehlung, die neue Düse stets bei senkrecht nach oben gerichtetem und randvoll mit Öl gefülltem Düsenstock einzuschrauben. In einer solchen Position wird der Einschluss von Luft beim Düsenwechsel verhindert. Eine Öldüse ist ein Verschleißteil, das generell nicht gereinigt werden kann, da bei den minimalen Abmessungen von Düsenöffnung und Tangentialschlitzen schon winzigste Kratzer negative Auswirkungen auf die Sprücharakteristik haben.

Auch in diesem Fall würde sich das nicht vernebelte Öl am Düsenkörper absetzen und verkoken. Deshalb sollte die Düse regelmäßig ausgewechselt werden. So unscheinbar das Äußere der Düse, umso ausgekügelter ihr Inneres: Mit einem von der Ölpumpe erzeugten Druck von 8-18bar durchquert das Heizöl den Düsenfilter, wird durch den Düsenkörper und dessen Seitenöffnung zu den Tangentialschlitzen geführt und dringt anschließend durch die Tangentialschlitze in die Wirbelkammer, wo es infolge des Tangentitaleintritts eine starke Rotation (Drall) erhält. Die potenzielle Energie (Druck) wird in der Drallkammer der Düse durch tangentiale Beschleunigung in kinetische Energie (Bewegung) des schnell rotierenden Brennstoffs umgewandelt. Auf dem Weg zur Austrittsbohrung erhöht sich die Umfangsgeschwindigkeit der rotierenden Ölsäule aufgrund des sich konisch verjüngenden Einlaufs in der Düsenbohrung nochmals beträchtlich und wird schließlich so groß, dass in der Düsenbohrung förmlich ein „Rohr“ aus Öl entsteht. Dieses „Ölrohr“ wird durch die Düsenöffnung gepresst und außerhalb der Düsenöffnung so sehr gestreckt, dass es schließlich in eine Vielzahl winzig feiner Öltröpfchen zerspringt und als Sprühnebel austritt. Die Hersteller von Ölbrennern schreiben in ihren Betriebsanleitungen den Typ der einzusetzenden Düse in Abhängigkeit von der Geometrie der Brennkammer und der gewünschten Leistung vor. Wichtige Parameter sind die Sprühcharakteristik (festgelegt durch Sprühwinkel und Sprühmuster) sowie der Massendurchsatz. Vier Sprühmuster werden nach DIN EN 293 und DIN EN 299 unterschieden: voll, halb voll, hohl sowie halb hohl.