Heizungsratgeber.de

Ihr Informations-Portal zum Thema Heizung


Start - Heizungs-Journal - Aktuell - Die Brennwerttechnik im Test

Die Brennwerttechnik im Test

11.08.2010 | Rubrik: Aktuell

Alter Kessel raus, moderner rein, so lässt sich viel Energie sparen. Allerdings ist die Realität nicht ganz so einfach, einige Heizsysteme sind anderen deutlich überlegen. Um herauszufinden warum das so ist, müssen wir uns erst einmal mit der Thematik Brennwerttechnik näher auseinandersetzen. Sobald Wasserdampf kondensiert, wird Wärme freigesetzt, wie bei einer gut gekühlten Bierflasche, die sich im Freien schneller erwärmt, wenn sehr viel Luftfeuchtigkeit an ihrer Glasoberfläche kondensiert. Da Erdgas ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen ist, entsteht als Reaktionsprodukt bei der Verbrennung viel Wasser in Form von Dampf. Der Brennwert, der dessen Kondensationswärme berücksichtigt, liegt bei Erdgas etwa 10% über dem Heizwert. Heizkessel, die das nutzen, heißen Brennwertkessel. Sie machen sich nicht nur die Hitze bei der Gasverbrennung zunutze, sondern auch die Energie vom dabei gebildetem Wasserdampf. Gasbrennwertkessel liegen gerade jetzt im Trend. Das hat auch mit der Bundesregierung zu tun. Sie hat kürzlich den Geldhahn für umweltschonende Solaranlagen, Holzpellets und Wärmepumpen zugedreht. Wer bei den Zuschüssen für Pelletheizungen oder Wärmepumpen leer ausgeht, der wird sich wohl eher für ein preiswertes, klassisches Heizsystem entscheiden.

Wir haben die neuen Gasbrennwertkessel in Kombination mit dazugehörigen Solarspeichern für die Warmwasserversorgung geprüft. Die Vorteile eines Brennwertkessels sind das erzielen hoher Wirkungsgrade im Heizbetrieb. Bei Vollast aber auch bei den meist vorkommenden Teillasten ziehen die Heizkörper nur relativ wenig Wärme, arbeiten die Gebläse überwiegend modulierend auf kleiner Flamme. Diese Betriebsweise beherrschen die Gasbrennwertkessel so gut, dass sie hochgerechnet aufs Jahr, hohe Nutzungsgrad erzielen. Die Nutzungsgrade werden berechnet, indem man die für die Heizung nutzbare Wärme ins Verhältnis zum Brennwert setzt. Die Markenhersteller Viessmann, Remeha und Oertli erreichen so 96%, Buderus liegt mit 94% dicht auf. Wie gut sich die im Brennstoff enthaltene Energie nutzen lässt, hängt vor allem auch von den Rücklauftemperaturen ab. Je kühler das Heizwasser von den Heizkörpern in den Brennwertkessel zurückströmt, desto besser kühlt es dort die heißen Abgase ab und fördert den nützlichen Kondensationseffekt. Liegt die Rücklauftemperatur, etwa bei Fußbodenheizung, bei 30°C, kondensieren pro kW/h erzeugter Wärmeenergie rund 100ml Wasser. Bei 45°C Rücklauftemperatur sind es nur noch rund 60ml. Aber schon bei 55°C sinkt die Ausbeute an Kondensationswärme gegen 0.

Stichworte: