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Laufzeitverlängerung von Atomenergie verlängert Entwicklung der Erneuerbaren Energie

14.09.2010 | Rubrik: Aktuell | 0 Kommentare | 0 TrackBacks

Als Folge der aktuellen Diskussionen über das Energiekonzept der Bundesrepublik, steht der Ausbau von Erneuerbaren Energien in Deutschland vor dem Stillstand. Wer heute Laufzeitverlängerungen befürwortet, stellt morgen den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Frage. Das Märchen von der idealen Ergänzung der Erneuerbaren durch die Atomtechnologie wird nicht wahrer, wenn man es gebetsmühlenartig wiederholt. In Wirklichkeit sind Atomkraftwerke technisch nicht in der Lage ihre Leistung so häufig und stark herunterzufahren, wie das zur Ergänzung des Angebotes aus Erneuerbaren Energien notwendig ist. Mit der Aufkündigung des Atomkonsenses droht ein grundlegender Systemkonflikt, weil mit steigendem Ausbau immer weniger Großkraftwerke gebraucht werden, die durchgängig am Netz sind. Erneuerbare Energien und Atomkraftwerke passen nicht zusammen. So lauten die Argumente gegen die Atomkraft von BEE-Präsident Dietmar Schütz. Aber stattdessen bräuchte es in Zukunft mehr dezentrale, flexible Versorgungsstrukturen, eine Optimierung und Erweiterung der Stromnetze sowie die Entwicklung weiterer Speichermöglichkeiten. Zudem hat der BEE mit seiner Ausbauprognose bereits mehrfach gezeigt, dass die Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 bereits fast die Hälfte des gesamten Strombedarfs in Deutschland decken können.

Die Berechnungen der Bundesregierung bestätigen den BEE dabei regelmäßig auf ganzer Linie. Ein Atomausstieg würde durch die Erneuerbaren Energien vollständig kompensiert werden. Außerdem standen im Jahr 2007 zeitweise bis zu sieben Reaktoren still und Deutschland hat zu dieser Zeit immer noch beachtliche 14 Milliarden Kilowattstunden Strom exportiert. Von drohender Versorgungslücke kann also auch keine Rede sein. Bleibt es beim vereinbarten Atomausstieg, könnten einem Prognos-Gutachten im Auftrag des BEE zufolge allein im Stromsektor bis 2020 Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen in Höhe von rund 160 Milliarden Euro erfolgen. Setzt sich die Atomlobby mit ihrer Forderung nach Laufzeitverlängerung durch, kann sie ihre alte Marktmacht über weitere Jahrzehnte zementieren. Die Folge wäre das es weiterhin keinen Wettbewerb im Stromsektor gibt und eine wesentliche Investitionsgrundlage für die Erneuerbaren Energien zerstört wird, mit allen negativen Folgen für Technologieentwicklung, Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt. Man sollte also die Laufzeitverlängerung für Atomenergie bezüglich allen Faktoren noch einmal überdenken, denn Erneuerbare-Energien-Anlagen und Atomkraftwerke werden sich ganz sicher nicht einen Markt teilen können.

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