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Auf 365 Jahreszeiten eingestellt: Mit Holz klimaschonend bauen, mit Holzfasern nachhaltig dämmen

14.01.2013 | Rubrik: Heizung-Tipps & Ideen, Heizungsmagazin | 0 Kommentare | 0 TrackBacks

Wer neu baut oder energetisch saniert, sollte Holz als Baumaterial wählen und konsequenterweise Dämmstoffe aus natürlichen Holzfasern verwenden. Denn Holzfaserdämmstoffe sorgen 365 Tage im Jahr für mehr Wetterunabhängigkeit und Wohnbehaglichkeit im Haus; außerdem binden sie beträchtliche Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid und reduzieren während ihrer gesamten Nutzungsdauer den CO2-Gehalt der Atmosphäre, empfiehlt Dr.-Ing. Tobias Wiegand, Geschäftsführer des Verbandes Holzfaser Dämmstoffe (VHD).

Der in Wuppertal ansässige Branchenverband, dem die maßgeblichen Hersteller von Holzfaserdämmstoffen ebenso angehören wie führende Anbieter von Holzfaser-Wärmedämmverbundsystemen, macht sich aus Klimaschutzgründen für eine stärkere Nutzung von Holzprodukten beim Hausbau stark. Für den VHD steht fest, dass sowohl der Mensch als auch die Umwelt profitieren, wenn aus dem Naturrohstoff ökologisch vorbildliche, langzeitlich nutzbare Baumaterialien gemacht werden - statt Waldholz ungenutzt verrotten zu lassen oder Sägewerksreste als Pellets zu verheizen. Schließlich entlastet Holz wie kein anderes Material die Atmosphäre von klimaschädlichem Kohlendioxid. Allein der massive Holzrahmen eines durchschnittlich großen Einfamilienhauses bindet einige Tonnen! Ähnlich verhält es sich mit der klimaschonenden Wirkung von Holzfaserdämmstoffen, die ebenso wie Vollholz das Treibhausgas CO2 in großem Stil neutralisieren, so lange sie es in sich gebunden halten. Mit Holz zu bauen und mit Holzfasern zu dämmen, ist daher praktizierter Klimaschutz.

Herstellung

Generell sind bei Holzfaserdämmstoffen zwei Herstellungsverfahren zu unterscheiden: das klassische Nass- sowie das innovative Trockenverfahren. Bei beiden Varianten werden Hackschnitzel, Spreißeln und Holzschwarten, die als Nebenprodukte im Sägewerk anfallen, zunächst maschinell zerfasert und danach zu robusten Dämmplatten verpresst.

Nassverfahren

Bei der Herstellung von Holzfaserdämmplatten im Nassverfahren werden die holzeigenen Bindekräfte genutzt, indem das Holz durch thermo-mechanische Verfahren zu Fasern aufgeschlossen und anschließend unter Hitzeeinwirkung zum Abbinden gebracht wird. Durch diese Aufschlussprozesse wird die Faseroberfläche so weit aktiviert, dass beim späteren Trocknen die holzeigenen Bindekräfte (Lignin) zusammen mit Wasser zur Bindung gebracht werden. Eine Beigabe von Klebstoffen für die Herstellung einer dauerhaften Verbindung ist nicht mehr notwendig. Bei einzelnen Produkten kommen in geringstmöglichem Umfang harz- oder bitumenhaltige Zusatzmittel hinzu, um die Festigkeits- und wasserabweisenden Eigenschaften zu verbessern. Die in bis zu 98 % Wasser aufgeschlämmten Fasern werden zuerst in Bütten zwischengelagert und dann auf einer speziellen Formmaschine zu einem Faserkuchen geformt. Nach mechanischem Auspressen eines großen Teils des Wassers wird der Faserkuchen auf Länge geschnitten und gelangt in den Trockenkanal. Holzfaserdämmplatten werden bei Temperaturen zwischen 160°C und 220°C getrocknet und anschließend konfektioniert, das heißt auf Format geschnitten, profiliert oder für größere Dämmplattendicken schichtverklebt.

Trockenverfahren

Zur Herstellung von formstabilen und druckbelastbaren Holzfaserdämmplatten im Trockenverfahren werden die Fasern direkt nach dem Aufschlussprozess auf die für den Beleimungsprozess notwendige Restfeuchte getrocknet. Anschließend werden sie im sog. Beleimkanal oder -turm mit dem Bindemittel - in der Regel PUR-Harz - beleimt. Die beleimten Fasern werden ausgestreut, auf die gewünschte Plattendicke gepresst und durch Einwirkung eines Dampf-Luft-Gemisches ausgehärtet. Bei der Herstellung von flexiblen Holzfaserdämmplatten werden die Holzfasern - nach Durchlaufen eines Stromrohrtrockners - mit textilen Bindefasern gemischt. Die Mischung wird über eine Formstraße zu einem endlosen Strang geformt, der einem Durchströmungstrockner zugeführt wird. Dort kommt es zu einem partiellen Aufschmelzen der Bindefasern. Durch abschließende Trocknung und Abkühlung des Plattenstrangs wird eine dauerhafte Vernetzung der Fasern erreicht.

Entsorgung

Am Ende der Nutzungsdauer, die wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge bei Verwendung in Wärmedämmverbundsystemen leicht 50 Jahre und mehr betragen kann, lassen sich Dämmstoffe aus natürlichen Holzfasern CO2-neutral entsorgen. Im Ergebnis entspricht das beim Verbrennen freigesetzte Kohlendioxid exakt der Menge CO2, die der Baum während seiner gesamten Wachstumszeit im Wald gebunden hat. Aufnehmen und Abgeben halten sich somit die Waage.

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